Transkranielle Magnetstimulation
TMS, rTMS, dTMS

Magnetwellen als neue Behandlungschance für Patienten mit Depressionen und anderen affektiven und neurogenen Störungen.

Was ist TMS?

Die transkranielle Magnetstimulation (TMS, auch rTMS oder dTMS) ist ein effektives und sehr gut verträgliches, innovatives Behandlungsverfahren unter Einsatz wechselnder Magnetfelder zur Stimulation von Nervenzellen im Gehirn. Mit der transkraniellen Magnetstimulation können Verbesserungen der Beschwerden bei Depressionen, Ängsten, Zwängen, Schmerzen, Fatigue u.a. herbeigeführt werden. Während der Behandlung wird durch eine Magnetspule in Pulsen ein elektromagnetisches Feld erzeugt, das durch den Schädel (transkraniell) und die Hirnhaut bis zu den Nervenzellen einwirkt. Durch dieses Magnetfeld werden die Nervenzellen zu elektrischer Aktivität stimuliert und aktiviert.

Magnetwellen – vielfältiges Diagnostik- und Behandlungsspektrum

Seitdem in den 1920er Jahren mit Magnetspulen am Gehirn "merkwürdige" Effekte erzielt worden waren, hat sich viel getan. Elektronisch gesteuerte und kontrollierte Magnetimpulse werden heute von hochkomplexen Geräten am Kopf erzeugt. Die Magnetwellen, die dabei eingesetzt werden, führen zu einer schonenden Aktivierung von Nervenzellen und werden weltweit vielfach angewendet. Egal ob zur Diagnostik bei Schlaganfällen und Verletzungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) oder zur Behandlung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen.

Gerade für die Anwendung bei chronifizierten Depressionen ist rTMS wirksam. So wirksam sogar, dass die strenge amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA 2008 eine offizielle Zulassung für die Anwendung  zur Behandlung von Depressionen erteilt hat. Viele Studien konnten zeigen, dass hilfreiche Effekte durch rTMS erreicht werden können. Darüber hinaus handelt es sich bei rTMS um ein schonendes Verfahren und ist sehr gut verträglich.

Auch in der deutschen Behandlungsleitlinie zur Depression wird rTMS als wirksames und hilfreiches Behandlungsverfahren aufgeführt.

Die wiederholte Stimulation des Gehirns mit schmerzfreien und unschädlichen Magnetfeldern an definierten Stellen führt dazu, dass der Stoffwechsel von Nervenzellen angeregt wird und neue Verbindungen (Synapsen) entstehen können. Durch die aktiveren Nervenzellen werden auch in anderen Regionen als denen, die man unmittelbar mitd er Magnetstimulation erreichen kann, Effekte induziert. 

Warum TMS?

Viele neurologische Erkrankungen und psychische Störungen werden auf Fehlfunktionen von Nervenzellen im Gehirn zurückgeführt. Diese Fehlfunktionen lassen sich mit Medikamenten oder Psychotherapie recht gut bessern, manchmal so gut, dass man fast geheilt erscheint.
Es treten aber immer wieder Erkrankungen und Störungen auf, die nicht oder nicht ausreichend besser werden. Zudem gibt es Situationen, in denen die Einnahme von Medikamenten nicht sinnvoll oder nicht gewünscht ist. Bei einer Reihe von Erkrankungen wirken Medikamente auch einfach nicht.
In solchen Fällen werden andere Behandlungsansätze gesucht – und gefunden. Die transkranielle Magnetstimulation als rTMS oder dTMS stellt eine solche Behandlungsform dar.

Die wichtigsten Fragen

Die Behandlung mit Magnetwellen ist zunächst ungewohnt und wirft Fragen auf. Diese möchten wir im Folgenden so gut wie möglich beantworten.

Für alle Fragen darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, einen Beratungstermin in unserer Praxis zu vereinbaren und unseren Patientenaufklärungsbogen zu Rate zu ziehen.


Wie lange dauert die Behandlung?
Eine typische Sitzung in unserem Behandlungsraum dauert 30 bis 60 Minuten und wird ohne Anästhesie oder Narkose durchgeführt. Die Patienten sitzen entspannt in einem Liegesessel. Zu Beginn wird eine Magnetspule mithilfe eines Haltearms am Kopf positioniert. Eine Nachsorge nach der Sitzung ist nicht nötig. In der Regel muss die Behandlung für eine gute Aussicht auf Erfolg zehn bis fünfzehn Mal durchgeführt werden, also täglich für etwa 2-3 Wochen.

Wie kann mein Arzt sicher sein, dass die richtige Hirnegion stimuliert wird?
Die Magnetimpulse wirken nicht weiter als etwa 5 cm in das Gehirn hinein. Die Ärzte im NPZ können sehr gut auswählen, welche Teile des Gehirns stimuliert werden und welche nicht. Das Magnetfeld ist etwa so stark, wie bei einem üblichen Magnetresonanz-Tomographen (MRT).

Verspüre ich Schmerzen während der Behandlung?
Wenn das Magnetfeld angeschaltet wird, kann es dazu kommen, dass auf der Kopfhaut oder am Kopf ein „kribbelndes“ oder „klopfendes“ Gefühl entsteht. Darüber hinaus sind kaum Nebenwirkungen zu befürchten. Es kommt zu keinem Gedächtnisverlust oder systemischen Nebenwirkungen.

Was kostet die Behandlung?
Die Behandlung mit rTMS und dTMS wird zurzeit von den gesetzlichen Krankenkassen nur auf Einzelantrag hin übernommen, sodass zunächst eine Abrechnung gegenüber dem Patienten nach Gebührenordnung für Ärzte erfolgt. Bei Privaten Krankenversicherugen ist eine Kostenerstattung in der Regel unproblematisch. 

Was ist der Unterschied zwischen rTMS und dTMS?
Basierend auf der Technologie der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) ist es mit der tiefen transkraniellen Magnetstimulation (engl. "deep" TMS) möglich, tiefer gelegene Hirnareale zu erreichen und dort Neuronen zu stimulieren. Es wird eine andersartige Spule zur Erzeugung der Magnetfelder eingesetzt, die sich in einem Helm befindet. Mit der tiefen Hirnstimulation kann tiefer und zielgerichteter für bestimmte Krankheitsbilder therapiert werden. Die Spule bei der repetitiven Magnetstimulation ist variabler bei der Positionierung, wirkt aber nicht so tief in die Gehirnstrukturen hinein.

rTMS_infografik_neuronen

Krankheitsbilder:
Fokussierte sichere Behandlung

Mit den Varienten der TMS-Therapie, die wir am Neuropsychiatrischen Zentrum Hamburg anbieten, können deutliche Verbesserungen bei einer Reihe von neurologischen und psychischen Störungen erzielt werden.

Depressionen

Hilfreiche Lösung mit FDA-Zulassung
Zur Anwendung bei chronischen Depressionen ist rTMS seit 2008 von der amerikanischen FDA offiziell zugelassen.

Zwangsstörungen

Gute Effekte bei einschränkenden Verhaltensmustern
Auch bei der Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen lassen sich ohne Medikamente gute Effekte erreichen.

Fatigue

Positive Ergebnisse bei unterschiedlichen Ursachen
Sowohl bei Chronic Fatigue Syndrom CFS /ME als auch bei Virus-Fatique und nach neueren Studien wohl auch bei Fatigue bei MS ist rTMS als wirksam beschrieben.

Fibromyalgie

Schmerzreduktion und Antriebssteigerung
Die Effekte von rTMS bei Fibromyalgie sind erst in jüngerer Zeit beschrieben. Hier kann die Reduktion von Schmerzen und eine Verbesserung des Antriebs erreicht werden. 

Parkinson

Symptom-Linderung
Die Behandlung mit Magnetwellen kann bestimmte Regionen des Gehirns reizen und so die Symptome beim Parkinson spürbar bessern

Autismus

Besser Augenkontakt halten und leichtere soziale Interaktionen
Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass sich die Gehirne autistischer Menschen in einer Struktur von nicht autistischen Menschen unterscheiden. Transkranielle Magnetstimulation fördert eine bessere Vernetzung

Chronische Schmerzen

Hilfe bei ausgeschöpften Routinemaßnahmen ohne Besserung
Bei vielen chronifizierten Schmerzerkrankungen werden durch rTMS-Neuromodulation langanhaltende Besserungen erzielt. Es konnten deutliche Therapieeffekte auf die Schmerzintensität und die Lebensqualität gezeigt werden.

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