EEG (Elektroencephalographie)

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Von dem deutschen Nervenarzt Hans Berger (1873-1941) aus Jena stammt die Überlegung, daß sich die Tätigkeit des Gehirns in elektrischen Strömen ausdrücken könnte. Es gelang ihm im Jahre 1924, ein Gerät zu konstruieren, mit sich diese hirnelektrische Aktivität aufzeichnen läßt. Diese Aktivität, die "Hirnstromkurve" oder Elektroenzephalogramm, zeigt im aufmerksamen Wachzustand, bei Augenschluß, im Schlaf und bei Bewußtlosigkeit unterschiedliche Muster. Abweichungen vom normalen Muster der hirnelektrischen Aktivität können bei Entzündungen und Durchblutungsstörungen des Gehirns und bei Epilepsie auftreten.

Vorgehen

Sie werden gebeten, in einem bequemen Sessel Platz zu nehmen, wo zahlreiche an Drähten befestigte Metallplättchen (Elektroden), mit denen die elektrische Aktivität des Gehirns aufgezeichnet wird, mit einer weichen Haftpaste auf der Kopfhaut befestigt werden. Danach beginnt die eigentliche Untersuchung, während der Sie mit geschlossenen Augen entspannt still sitzen sollen. Zwischendurch werden Sie aufgefordert, die Augen kurzfristig zu öffnen und wieder zu schließen, wodurch sich die Hirnstromkurve in einer bestimmten Weise verändert. Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten. Die Haftpaste läßt sich problemlos wieder entfernen oder auswaschen.

Messungen der peripheren Reaktion von Nerven und Muskeln

Die Messung der Nervenfunktion und der Muskelleistung durch die Anwendung eines schwachen Stroms ist eine wichtige Maßnahme in der Neurologie, um sich ein objektives Bild zu verschaffen. Hiermit können Schmerzen (etwa bei Polyneuropathien) oder Lähmungen (etwa bei Muskeldystrophie) im Verlauf untersucht werden und die Behandlung abgestimmt werden.  

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Die Leitung von Bewegungsimpulsen vom Nervensystem zu den Muskeln geschieht ebenso wie die Meldung von ankommenden Berührungs- oder Schmerzreizen über die peripheren Nerven. Schon lange weiß man, daß die Leitung dieser Nerven-Impulse durch "natürlichen" elektrischen Strom erfolgt. Umgekehrt kann auch "künstlicher" elektrischer Strom zu Muskelzuckungen oder zu Empfindungen führen, wie es jedem bekannt ist, der schon einmal einen Viehweidezaun berührt hat. Zur Prüfung der Nervenfunktion und zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit eignet sich daher auch eine elektrische Reizung der Nerven unter kontrollierten Bedingungen mit Aufzeichnung des Reizeffekts. Die NLG-Untersuchung wird beim Verdacht auf eine allgemeine Erkrankungen der peripheren Nerven (Polyneuropathie) oder bei Schädigung einzelner Nerven, z.B. durch Verletzung oder Einklemmung angewendet.

Vorgehen

Die künstlich erzeugten Muskelzuckungen werden aufgezeichnet, indem auf den untersuchten Muskel mit Drähten verbundene Metallplättchen (Elektroden) oberflächlich mit einer weichen Haftpaste aufgeklebt werden. So kann die elektrische Aktivität mit der speziellen Meßeinrichtung registriert werden. Die Aktivität der sensiblen, empfindenden Nerven wird nach Anbringung ähnlicher Elektroden an der Haut über dem Nerven aufgezeichnet. Die elektrische Nervenreizung erfolgt an verschiedenen Punkten über dem untersuchten Nerven mit niedrigen, gefahrlosen Strömen, bei denen es nur kurzfristig zu einer leichten Missempfindung kommen kann. Die Untersuchung ist völlig gefahrlos für Sie und Ihre Gesundheit. Aus der aufgezeichneten Überleitungszeit und dem Abstand zwischen den Reizpunkten läßt sich die Geschwindigkeit (Weg geteilt durch Zeit) der Nervenleitung berechnen. Die Untersuchung dauert zwischen 15 und 30 Minuten.

 

NLG - Messung

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Die Muskulatur des menschlichen Körpers ist durch die peripheren Nerven, die Nervenstämme und die Nervenwurzeln mit dem zentralen Nervensystem (Rückenmark und Gehirn) verbunden. Eine Untersuchung der Muskeln kann daher Aufschluß sowohl über das Vorliegen einer Muskelerkrankung als auch über Erkrankungen des Nervensystems geben. Bei Nervenverletzungen können Aussagen zum Schweregrad, zum Ort der Schädigung und zum Verlauf gemacht werden. Mit der Elektromyographie kann man die von den Muskeln erzeugten elektrischen Ströme untersuchen. Diese Ströme werden nach Verstärkung auf einem Bildschirm sichtbar und über einen Lautsprecher hörbar gemacht. Die EMG-Untersuchung wird häufig mit einer Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) kombiniert.

Vorgehen

Zur Elektromyographie sticht der Arzt mit speziell dünnen, keimfreien Nadeln nacheinander in einzelne Muskeln, die Sie möglichst entspannt halten sollen. Während der Untersuchung liegen Sie bequem auf einer Untersuchungsliege. Kurzfristige Anspannung des Muskels nach Aufforderung durch den Arzt dient der Funktionsprüfung. Untersucht werden in der Regel zwischen drei und fünf Muskeln. Der, im übrigen gefahrlose, Einstich verursacht vorübergehende Beschwerden, wie Sie Ihnen von Spritzen-Injektionen in den Muskel bekannt sind. Bitte teilen Sie dem Arzt mit, wenn bei Ihnen eine erhöhte Blutungsneigung bekannt ist oder wenn Sie Medikamente zur Blutverdünnung (Marcumar(R), Heparin) erhalten. Die Untersuchung dauert zwischen 15 und 30 Minuten.

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Die Bewegungsimpulse, die vom Gehirn ausgehen, werden als elektrische Signale über Nervenbahnen im Rückenmark und über die peripheren Nerven an die Muskulatur geschickt. Auch durch eine künstliche Hirnrinden-Reizung mit einem elektromagnetischen Reizgerät an der Kopfhaut lassen sich innerhalb von Sekundenbruchteilen kurzfristige Muskelzuckungen an den Händen oder Füßen auslösen. Wenn man zusätzlich die Leitungszeit in den peripheren Nerven misst, kann man die Geschwindigkeit errechnen, mit der Bewegungsimpulse im Gehirn und Rückenmark fortgeleitet werden. Diese Leitungsgeschwindigkeit kann bei Entzündungen oder Durchblutungsstörunge des Nervensystems und bei Rückenmarksschädigungen herabgesetzt sein. 

Vorgehen

Ähnlich wie bei der Nervenleitgeschwindigkeitsmessung werden auf Muskeln der Hände oder Füße oberflächliche Elektroden zur Registrierung der ausgelösten Muskelzuckungen mit einer weichen Haftpaste aufgeklebt. Die Muskelzuckungen werden durch die kurzfristige Entladung eines von einer Spule erzeugten Magnetfeldes in der Hirnrinde ausgelöst. Der untersuchende Arzt hält dazu die Spule mit einem Griff auf die Schädeloberfläche. Außer dem kurzen knackenden Entladungsgeräusch ist mit der magnetischen Reizung keine Unannehmlichkeit verbunden. Zur Errechnung der Leitungszeit in den motorischen Bahnen sind nach der eigentlichen Cortex-Stimulation zusätzlich noch Messungen der Leitgeschwindigkeit in den Arm- und Beinnerven nötig. Die Untersuchung dauert insgesamt etwa 30 Minuten.

Evozierte Potentiale

Evozierte Potentiale heißen so, weil man eine Reaktion des zentralen Nervensystems durch die Anwendung eines Reizes erzeugt ("evoziert") und dann messen kann. Diese Reaktionen sind meist sehr schwach an der Körperoberfläche mit den Messinstrumenten zu erkennen, sodass der Reiz nicht nur einmal, sondern in der Regel mehrmals (bis zu 100 mal) angewendet werden muss. Die Erzeugung und Messung von evozierten Potentialen ist in der Regel nicht schmerzhaft, kann aber gelegentlich unangenehm sein. Die Aussagen sind bei einer ganzen Reihe von neurologischen und einigen psychischen Erkrankungen jedoch sehr wichtig.  

VEP (Visuell evozierte Potentiale)

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Bei der Erfindung des EEG hatte Dr. Berger schon um 1900 festgestellt, dass sich die Hirnstromkurve verändert, wenn die Augen geöffnet oder geschlossen werden. Diese Veränderung der Hirnstromkurve kann man besonders gut durch gleichbleibende Reize, wie sie z.B. von Bildschirmen erzeugt werden können, hervorrufen. Man verwendet einen Bildschirm, der ein Schwarz-Weiß-Muster von Quadraten (entsprechend einem Schachbrett) zeigt, und zusätzlich spezielle elektronische Mittelungsverfahren, die das Erkennen der Reaktionen der Hirnstromkurve erleichtern. Verzögerung oder Fehlen der von der Kopfhaut abgeleiteten Reizantworten sind ein Hinweis auf Störungen im Sehnerven oder in den Leitbahnen des Sehsinnes im Gehirn. 

Vorgehen

Sie sitzen entspannt, aber aufmerksam vor einem Bildschirm, auf dem sich ein Schachbrettmuster hin- und herbewegt. Während sich das Muster bewegt, sollen Sie ständig auf einen roten Punkt in der Mitte des Bildschirms schauen. Zuvor werden an Ihrer Kopfhaut mit einer weichen Haftpaste kleine Metallplättchen befestigt, die als Elektroden über Kabel mit dem elektronischen Aufnahmegerät verbunden sind. Die Untersuchung ist schmerz- und risikolos und dauert etwa 15 Minuten. Die Haftpaste läßt sich problemlos wieder entfernen oder auswaschen. Bitte geben Sie an, ob Sie auf einem Auge schlecht sehen oder ob sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen. Alternativ ist diese Untersuchung auch mit blinkenden LED-Lichtern durchzuführen, etwa wenn Sie sehr schlecht sehen oder krankheitsbedingt keine ausreichende Konzentration aufbringen können.  

AEP (akustisch evozierte Potentiale)

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Einige Zeit nach der Entdeckung des EEG wurde überlegt, daß sich auch die Tätigkeit bestimmter Sinnesorgane, wie z.B. des Gehörs in der Hirnstromkurve widerspiegeln sollte. Diese Veränderungen aber, die entstehen, wenn ein Ohr Töne oder Geräusche hört, sind nur sehr klein und kaum zu erfassen. Man muss daher Reize verwenden, die oft und oft in gleicher Weise ablaufen, um die Veränderungen in der Hirnstromkurve durch spezielle elektronische Mittelungsverfahren erkennen zu können. Man verwendet daher über Kopfhörer immer gleiche, gerade gut hörbare Klick-Geräusche, die mehrere hundert Mal wiederholt werden. Von der Kopfhaut lassen sich dann Reizantworten ableiten, deren Verzögerung oder Fehlen über Störungen des Hörnerven und der Hörbahn im Gehirn Aufschluss gibt. 

Vorgehen

Sie sitzen bequem in einem Untersuchungsstuhl und an der Kopfhaut werden Metallplättchen (Elektroden), die über Kabel mit dem elektronischen Aufzeichnungsgerät verbunden sind, mit einer weichen Haftpaste aufgeklebt. Über einen speziell angepassten Kopfhörer hören Sie Klickgeräusche in einem Ohr. Zuerst wird die Hörschwelle als die Lautstärke, die Sie gerade eben wahrnehmen können, bestimmt. Danach wird jedes Ohr einzeln mehrere hundert Male mit einem Klicken gereizt, das etwas lauter als die Hörschwelle ist. Die Untersuchung ist schmerz- und risikolos und dauert etwa 20 Minuten. Die Haftpaste läßt sich problemlos wieder entfernen oder auswaschen.

SEP (Somatosensibel evozierte Potentiale)

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Auch die Tätigkeit bestimmter Sinnesorgane, wie z.B. des Empfindungssinnes der Haut, kann sich in der Hirnstromkurve widerspiegeln. Diese Veränderungen aber, die entstehen, wenn z.B. eine bestimmte Hautstelle eine Berührung empfindet, sind nur sehr klein und kaum zu erfassen. Man muss daher Reize verwenden, die oft und oft in gleicher Weise ablaufen, um die Veränderungen in der Hirnstromkurve durch spezielle elektronische Mittelungsverfahren erkennen zu können. Man verwendet daher kleine, gut erträgliche Stromstöße, die etwa hundert Mal wiederholt werden. Nicht nur über der Kopfhaut, sondern auch über der Wirbelsäule (Rückenmark) und entlang der Nervenbahn lassen sich dann Reizantworten ableiten. An ihrer Verzögerung oder ihrem Fehlen lassen sich Störungen in der zentralen Nervenleitbahn des Gefühlssinnes feststellen. 

Vorgehen

Sie liegen auf einem bequemen Untersuchungsbett und sollen sich möglichst gut entspannen. An bestimmten Stationen der "Gefühlsbahn" werden mit Drähten versehene Metallplättchen (Elektroden) mit einer weichen Haftpaste zur Messung der entlang der "Gefühlsbahn" enstehenden Nervenströme angebracht: über dem Schlüsselbein, am Nacken und über der Kopfhaut. Die Reizung der Gefühlsbahn erfolgt durch ein Elektrisieren von Nerven an den Händen oder an den Füßen, das dem Berühren eines Weidezaunes ähnelt. Die Haftpaste läßt sich problemlos wieder entfernen oder auswaschen. Die Untersuchung ist nicht eigentlich schmerzhaft und ist harmlos. Sie dauert 30 bis 60 Minuten.

EKP (Ereigniskorrelierte Potentiale)

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Im Lauf der letzten 100 Jahre haben Neure-Wissenschaftler immer wieder versucht, die Funktion des Gehirns selbst beim "Denken" abbilden zu können. Dies ist u.a. mit den EKP möglich – auch wenn das Denken selbst natürlich nicht beobachtet werden kann. Dazu werden unterschiedliche Reize (meist verschieden hohe Klick-Geräusche, die mit einem Kopfhörer übertragen werden) eingesetzt, die mit einer Handlung, etwa dem Druck auf einem Taster, verbunden werden. Diese Aktivität führt zu einer kleinen Veränderung an den Hirnstromkurven und kann - wenn sie nur oft genug gemessen wurde - von den "normalen" Aktivitäten der Nervenzellen abgegrenzt werden. Dies erfolgt durch spezielle digitale Mitteilungsverfahren, ähnlich wie bei anderen evozierten Potentialen. Die abgeleiteten Kurven geben einen Eindruck über die Geschwindigkeit bestimmter "Denk-" Vorgänge wieder.  

Vorgehen

Sie sitzen bequem in einem Untersuchungsstuhl und an der Kopfhaut werden Metallplättchen (Elektroden), die über Kabel mit dem elektronischen Aufzeichnungsgerät verbunden sind, mit einer weichen Haftpaste aufgeklebt. Über einen speziell angepassten Kopfhörer hören Sie Klickgeräusche in einem Ohr. Zuerst wird die Hörschwelle als die Lautstärke, die Sie gerade eben wahrnehmen können, bestimmt. Danach wird jedes Ohr einzeln mehrere hundert Male mit einem Klicken gereizt, das etwas lauter als die Hörschwelle ist. Neben einem "Standard-Ton" kommt ab und an in unregelmäßigen Abständen ein "Sonder-Ton", der etwas höher ist. Immer dann sollen Sie einen Taster drücken, der in Ihre Hand gelegt worden ist. Die Untersuchung ist schmerz- und risikolos und dauert etwa 20 Minuten. Die Haftpaste läßt sich problemlos wieder entfernen oder auswaschen.

Doppler- und Duplexsonografie

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Der nach dem österreichischen Forscher Christian Doppler (1803-1853) benannte Effekt ist aus dem Alltag bekannt: eine Polizei-Sirene wechselt die Tonhöhe in dem Moment, in dem der Polizeiwagen vorbeifährt. Dieser Effekt tritt bei allen bewegten Schallquellen auf und man kann daraus ihre Bewegungsrichtung erschließen. In abgewandelter Form macht man sich dieses Prinzip bei der Untersuchung von oberflächlich gelegenen Schlagadern zunutze: bei Beschallung mit einer speziellen Sonde werfen die fließenden Blutkörperchen einen Teil des Schalles zurück. Wenn man den reflektierten Schall mißt, kann man die Richtung und die Geschwindigkeit des Blutflusses in den Schlagadern messen. In der Neurologie ist diese Messung vor allem von Bedeutung, um Verengungen der Halsschlagadern (z.B. durch Arteriosklerose) und dadurch drohende Durchblutungsstörungen des Gehirns erkennen zu können oder um bei einem abgelaufenen Schlaganfall eine mögliche Ursache zu finden. 

Vorgehen

Sie nehmen in einem bequemen Untersuchungsstuhl Platz. Der Untersucher verwendet eine Schallsonde, die mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden ist. Nachdem auf der Haut ein Gel aufgebracht worden ist, das die Leitfähigkeit für Schall verbessern soll, wird systematisch mit der Schallsonde die Haut über den einzelnen Halsschlagadern abgetastet. Der als Rauschen hörbar gemachte Blutfluß wird daraufhin beurteilt, ob in der untersuchten Ader eine normale Flussrichtung des Blutes besteht oder ob der Blutfluss durch eine Verengung beschleunigt ist. Die Untersuchung ist gefahrlos. Sie dauert etwa 20 Minuten.

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