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Autismus, Autismus-Spektrum-Störung

Definition & Symptome
Der Begriff Autismus, vollständig „Autismus-Spektrum-Störung“ beschreibt einen Symptomkomplex mit unterschiedlichen Ursachen, bei dem durch Störungen der Hirnentwicklung und Hirnreifung vor und nach der Geburt eingeschränkte oder veränderte Hirnfunktionen auftreten.
Bei Menschen mit Autismus treten Symptome auf den Ebenen soziale Interaktion, Kommunikation und Verhalten auf. Im Bereich soziale Interaktion sind verbale und nonverbale Verhaltensmuster zur Interaktion mit Menschen in der Umgebung verändert. Zudem ist die Fähigkeit zur Empathie reduziert. Die Entwicklung von Sprache sowie deren Nutzung zum Austausch von Informationen, Emotionen und Zielen ist auf der Ebene der Kommunikation erschwert bzw. eingeschränkt. Schließlich ist das Verhaltensrepertoire symptomatisch reduziert, Bewegung und körperbezogenes Verhalten wird als Ausdruck von Emotion und Kommunikation benutzt und es entstehen Stereotypien, d.h. die Wiederholung von immer gleich ablaufenden Bewegungen. Der Beginn der Symptomatik ist im frühen Kindesalter und führt schon in diesem Alter zu auffälligen Einschränkungen in sozialen und später in schulischen oder beruflichen Bereichen.

Ursachen
Biologische und psychologische Effekte kombinieren sich zum jeweils individuell ausgeprägten Störungsbild. Dabei konnte eine Reihe von Studien genetische Einflüsse bei der Entstehung von Autismus-Symptomen zeigen. Biologisch zeigen sich diese anhand einer atypischen Konnektivität von Nervenzellen im Gehirn. Das bedeutet, das fehlende bzw. fehlerhafte Verbindungen von Nervenzellen im Gehirn bestehen und damit abweichende Funktionen haben. Insbesondere betrifft dies die „langen“ Nervenbahnen, mit denen über längere Strecken Verbindungen zwischen Nervengruppen hergestellt werden. Diese atypische Strukturierung führt dazu, dass das Verständnis von sich und anderen als unabhängig fühlende Wesen gestört und die Fähigkeit, eine zentrale Kohärenz zu schaffen, beeinträchtigt werden.

Behandlungsmethoden
Eine Behandlung von autistischen Störungen ist im Rahmen kontextueller Verhaltenstherapie möglich, bei der durch geeignete Trainings der Rahmen der Erlebens- und Reaktionsmöglichkeiten der Patienten erweitert und so die Entwicklung eines breiteren Verhaltensrepertoires angestrebt wird. Sehr selten werden auch Medikamente zur Behandlung von Begleiterscheinungen eingesetzt. Weitere Ansätze greifen auf Musiktherapie, Tanz- oder tiergestützte Therapien zurück. Zudem ist auch der Einsatz von nicht-invasiver Magnetfeldstimulation (rTMS) für die Behandlung von Symptomen hilfreich und in vielen Fällen wirksam.

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